
FI-Schutzschalter: woran Sie erkennen, ob Ihre Anlage einen hat
Der Unterschied zwischen dem Schutz der Leitung und dem Schutz des Menschen.
Was der FI eigentlich macht
Eine normale Sicherung schützt die Leitung. Sie löst aus, wenn zu viel Strom fließt — also dann, wenn die Leitung heiß zu werden droht. Für den Menschen, der eine schadhafte Leitung anfasst, ist das zu spät: Der Strom, der durch einen Körper fließt, ist für eine Sicherung viel zu klein.
Der Fehlerstromschutzschalter, kurz FI oder RCD, arbeitet anders. Er vergleicht, wie viel Strom hin- und wie viel zurückfließt. Fehlt etwas, nimmt dieser Anteil einen anderen Weg — über die Erde, über ein Gehäuse oder über einen Menschen. Bei einer Abweichung von 30 Milliampere schaltet er in Sekundenbruchteilen ab.
So erkennen Sie ihn im Verteiler
Ein FI ist breiter als ein normaler Leitungsschutzschalter und trägt eine Prüftaste, meist mit „T“ oder „Test“ beschriftet. Fehlt im Verteiler jedes Bauteil mit einer solchen Taste, hat die Anlage keinen.
Ein zweites Zeichen sind Schraubsicherungen: Verteiler mit Schmelzsicherungen stammen in aller Regel aus einer Zeit vor der flächendeckenden FI-Pflicht. Auch zweipolige Steckdosen ohne Schutzkontakt sind ein deutlicher Hinweis.
Warum ältere Anlagen keinen haben
Für neue Installationen verlangt die Normenreihe DIN VDE 0100 den Fehlerstromschutz für Steckdosenstromkreise im üblichen Wohnbereich. Diese Anforderung gilt für das, was neu errichtet oder wesentlich geändert wird — sie zwingt niemanden, eine bestehende, ordnungsgemäß errichtete Anlage auszutauschen.
Das ist der Grund, warum vollkommen legale Anlagen ohne FI existieren. Rechtlich unbedenklich heißt hier aber nicht: gleich sicher. Der Bestandsschutz beschreibt eine Rechtslage, keinen Zustand der Technik.
Wann sich das Nachrüsten lohnt
Fast immer dann, wenn ohnehin etwas passiert: bei einer Renovierung, beim Wechsel des Zählerschranks, bei einer neuen Küche, vor der Vermietung oder beim Kauf. Der Verteiler ist dann bereits offen, und die Mehrkosten fallen deutlich geringer aus als bei einem einzelnen Termin.
Unabhängig davon lohnt es sich überall dort, wo Wasser und Strom zusammenkommen — Bad, Küche, Außensteckdosen, Werkstatt, Gartenanschluss. Ob der vorhandene Verteiler Platz für die Nachrüstung hat, sehen wir beim ersten Termin.
Der vorhandene FI löst regelmäßig aus
Dann macht er seine Arbeit. Die Frage ist, warum er sie machen muss. Häufige Ursachen sind ein einzelnes defektes Gerät, Feuchtigkeit in einer Außeninstallation oder die Summe vieler kleiner Ableitströme moderner Netzteile auf einem gemeinsamen Stromkreis.
Was Sie selbst tun können: alle Verbraucher abziehen, wieder einschalten und die Geräte einzeln zuschalten, bis er wieder fällt. Was Sie nicht tun sollten: den FI überbrücken oder gegen einen mit höherem Auslösestrom tauschen lassen.
Häufige Fragen
Muss ich einen FI-Schutzschalter nachrüsten lassen?
Eine bestehende, ordnungsgemäß errichtete Anlage muss nicht allein deshalb umgebaut werden, weil die Anforderungen an Neuanlagen inzwischen höher sind. Bei wesentlichen Änderungen — neuer Zählerschrank, neue Stromkreise, Umbauten — gelten dagegen die heutigen Regeln.
Wie oft sollte man die Prüftaste drücken?
Ein- bis zweimal im Jahr. Der FI muss dabei sofort abschalten. Tut er das nicht, ist er defekt und schützt niemanden mehr — dann sollte er zeitnah getauscht werden.
Reicht ein FI für die ganze Wohnung?
Er schützt, aber er nimmt bei jedem Fehler die gesamte Wohnung vom Netz — auch den Kühlschrank. Üblich ist deshalb eine Aufteilung auf mehrere Fehlerstromschutzschalter, damit ein Fehler nicht alles abschaltet.
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